Verkehrspolitik

Neben der digitalen Infrastruktur, deren weiterer zügiger Ausbau bereits im Fokus der Politik steht, laufen wir Gefahr, dass die Verkehrsinfrastruktur in Deutschland zu einem der Schwachpunkte einer produzierenden Industriegesellschaft wird, deren Produkte nicht über „Datenautobahnen“ transportiert werden können. Neben einem steigenden Bedarf an Erhaltungsinvestitionen sind hier zudem auch Neuinvestitionen in Infrastruktur nötig. Die Auswirkungen z.B. maroder Brückenbauwerke, die aufgrund fehlender Belastbarkeit für den LKW-Verkehr gesperrt wurden, waren beispielsweise an der Leverkusener Rheinbrücke zu besichtigen.

Das gleiche gilt für den Schienenverkehr: Die Sperrung der Rheintalstrecke bei Rastatt im August und September 2017 hat dies dramatisch vor Augen geführt. Hier musste z.B. rund die Hälfte der Chemietransporte auf LKW und Binnenschiffe verlagert werden – mit entsprechenden Engpässen, Verzögerungen und Mehrkosten. 2016 wurden laut Statistischem Bundesamt allein 28 Millionen Tonnen chemische Erzeugnisse mit der Bahn transportiert. Auf das Bayerische Chemiedreieck entfallen dabei fast 2 % des gesamten Schienengüterverkehrs – bis dato auf einer eingleisigen, nichtelektrifizierten Strecke. Aktuelle Schätzungen eines Arbeitskreises aus SOB-Südostbayernbahn, DB-Cargo, DB-Net sowie zahlreicher Unternehmensvertreter aus dem Bayerischen Chemiedreieck zeigen, dass das im Bundesverkehrswegeplan zugrunde gelegte Mengengerüst für die ABS 38 vollkommen an der zukünftigen Entwicklung dieser wichtigen Industrieregion vorbeigeht. Danach ist aufgrund einer Vielzahl konkreter Projekte der dort ansässigen Chemieunternehmen bereits im Zeitraum 2017 – 2022 mit einer Mengensteigerung von 4,8 Mio. Tonnen (2017) auf rund 6,5 Mio. Tonnen (2022), also um rund 35 %, zu rechnen. Weitere Steigerungen von 2022 – 2030 auf 8,5 Mio. Tonnen sind bei einem vergleichbaren Wachstum wie in der Vergangenheit bereits heute absehbar.

Hinzu kommt: Etwa ein Drittel der Gütermengen sind für den Süd- bzw. Ostkorridor mit den Zielorten Bukarest, Wien, Triest oder Genua bestimmt. Dieser Schienenverkehr wird derzeit über die Linienführung Mühldorf-München-Rosenheim-Freilassing, Mühldorf-Simbach-Linz oder als Ersatzstrecke über Mühldorf-Landshut-Regensburg-Passau-Linz abgewickelt. Diese Streckenführungen sind gegenüber einem möglichen Transport über die direkte Linienführung Tüssling-Freilassing weder wirtschaftlich noch ökologisch vertretbar. Ein zweigleisiger, elektrifizierter Ausbau der Strecke Tüssling-Freilassing ist daher zwingend erforderlich.
Das Bayerische Chemiedreieck ist ein Zentrum für Innovation und  Produktion mit einer Exportquote von über 60 % mit ca. 4.000 Produkten, für deren Transport eine moderne, leistungsfähige Infrastruktur unerlässlich ist. Rund 25 Chemieunternehmen erwirtschaften dort am Standort mit rund 10 Mrd. EUR mehr als die Hälfe der bayerischen Chemieumsätze. Ungefähr 4 Mrd. EUR wurden hier in den letzten Jahren investiert. 20.000 Menschen haben dort direkt in der Chemie und nochmals etwa doppelt so viele indirekt davon abhängige gut bezahlte Arbeitsplätze in der Region. Die weitere erfolgreiche Entwicklung des Bayerischen Chemiedreiecks mit all seinen dort vorhandenen  Unternehmen und den vielen wertvollen Arbeitsplätzen erfolgt wesentlich über die Schiene! Die zügige Umsetzung der ABS 38 mit einem zweigleisigen, elektrifizierten Ausbau sowie die Anbindung Bayerns an den Brennerbasistunnel ist daher oberstes Gebot.

1. Lesung im Bundestag zum Bundesverkehrswegeplan

Chemieverband rät zu zentralem Planungs-Kompetenzzentrum

  • Überregionale Infrastruktur-Projekte rasch realisieren
  • Verkehrsverlagerung konsequenter vorantreiben
  • Höhere Umschlagskapazitäten befördern Wechsel von Straße auf Schiene
Nach Auffassung der chemischen Industrie hat die Bundesregierung mit dem Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP) die richtigen Weichen für die dringend benötigte Modernisierung von Straßen, Schienen und Wasserwegen in Deutsch­land gestellt. „Jetzt kommt es darauf an, dass die...
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Branchendialog Chemie – die Zukunftsfähigkeit der bayerischen chemischen Industrie im Fokus

          Auf Einladung der bayerischen Wirtschaftsministerin Ilse Aigner hat am 9. November 2015 der „Branchendialog Chemie“ stattgefunden. Die Staatsministerin traf sich in Fürstenfeldbruck mit hochrangigen Vertretern der bayerischen Chemiebranche. In einem sehr offenen und konstruktiven Gespräch wurden die wichtigsten Herausforderungen der Branche erörtert. Die Kernthemen waren dabei insbesondere die Kosten für Strom, die Planungssicherheit und Verlässlichkeit in...
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Parteienübergreifende Unterstützung für das Bayerische Chemiedreieck

Initiative ChemDelta Bavaria und Bayerische Chemieverbände diskutierten in Berlin mit Bundestagsabgeordneten über wichtige Wettbewerbsfaktoren Berlin/Burgkirchen, 14. Oktober 2015 - Ein „parlamentarisches Frühstück“ bildete den Rahmen für direkte Information und Dialog: Verantwortliche des ChemDelta-Lenkungskreises und der Bayerischen chemieverbände tauschten sich in Berlin mit Bundestagsabgeordneten von CDU/CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen sowie wissenschaftlichen Mitarbeitern der Fraktionen aus....
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Responsible-Care-Landeswettbewerb 2015 – Siegerprojekt geehrt

Responsible-Care-Landeswettbewerb 2015 – „Transportoptimierung für Überseetransporte bei der WACKER Chemie AG“ als Siegerprojekt im Rahmen der Mitgliederversammlung der Bayerischen Chemieverbände geehrt

Verantwortliches Handeln in den Bereichen Umwelt, Sicherheit und Gesundheit sind in der chemischen Industrie ein fester Bestandteil der betrieblichen Tagespolitik und Kern der seit 1991 in Deutschland bestehenden Responsible-Care-Initiative. Mit der alljährlichen Ausschreibung des Responsible-Care-Wettbewerbs...
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Chemieverband drängt auf bessere Vernetzung europäischer Verkehrswege

Transitland Deutschland braucht grüne Welle

Deutschland muss seiner Rolle als europäischer Verkehrsknotenpunkt besser gerecht werden. Darauf wies Gerd Deimel, Sprecher der Initiative Verkehrsinfrastruktur im Verband der Chemischen Industrie (VCI), heute in Brüssel vor der Presse hin. Eine leistungsfähige und gut ausgebaute Infrastruktur im Transitland Deutschland sei deshalb für den Wirtschaftsstandort Europa von herausragender Bedeutung: „Um die...
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