
Wertschöpfungsketten denken
5. Mai 2026Mitgliederversammlung der VdL-Bezirksgruppe Bayern: Neuwahlen, Branchenlage und Raffinerieeinblicke
Die Mitgliederversammlung der VdL-Bezirksgruppe Bayern fand am 21. Mai 2026 bei der Gunvor Raffinerie in Kösching statt. Im Mittelpunkt standen die aktuelle wirtschaftliche Lage der Lack- und Druckfarbenindustrie, die Neuwahlen des Vorstands sowie der fachliche Austausch zur Rolle integrierter industrieller Wertschöpfungsketten. Die Veranstaltung verdeutlichte zugleich das herausfordernde wirtschaftliche Umfeld der Branche und die Bedeutung regionaler Netzwerke.
Rückläufige Märkte – herausforderndes wirtschaftliches Umfeld
Zum Auftakt der Sitzung gab Bastian Herfel, Referent Wirtschaft & Finanzen beim VdL, einen umfassenden Überblick über die aktuelle wirtschaftliche Lage der Branche. Die Lack- und Druckfarbenindustrie sieht sich weiterhin mit rückläufigen Märkten, einer schwachen Nachfrageentwicklung sowie anhaltenden Kostendruckfaktoren konfrontiert. Hinzu kommen anhaltende Unsicherheiten und Verwerfungen im Zuge geopolitischer Entwicklungen, insbesondere des Irankonflikts.
Diese Rahmenbedingungen machen deutlich, wie wichtig stabile industriepolitische Leitplanken und verlässliche Standortbedingungen für die Unternehmen sind.
Bezirksgruppenarbeit im Fokus: Mehrwert für mittelständische Unternehmen
Im Anschluss gab Franziska Kindlein, Referentin bei den Bayerischen Chemieverbänden, einen Rückblick auf die Arbeit der Bezirksgruppe in der Amtsperiode 2023–2026. Dabei standen insbesondere der regelmäßige Austausch zu relevanten Branchenthemen, die Vernetzung innerhalb der Branche sowie die praxisnahe Unterstützung der Mitgliedsunternehmen im Fokus.
Die Bezirksgruppe Bayern erfüllt damit eine wichtige Funktion als Plattform für den fachlichen Dialog und als Bindeglied zwischen Unternehmen, Verbändenetzwerk und politischen Entscheidern – ein Mehrwert, der gerade für mittelständische Unternehmen von besonderer Bedeutung ist.
Bezirksgruppe wieder bestens aufgestellt: Neuer Vorstand gewählt
Ein zentraler Tagesordnungspunkt war die turnusgemäße Neuwahl des Vorstands für die Amtsperiode 2026–2029.
Zum neuen Vorsitzenden wurde Markus Fritzsche (MIPA SE) gewählt. Neu im Vorstand ist Marcus Preußner (Feycolor GmbH). Wiedergewählt wurden Rüdiger Lugert (Keimfarben GmbH), Stefan Kaiser (KAISER Lacke GmbH) sowie Dr. Carl Epple (Epple Druckfarben AG) an. Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für das Engagement!
Damit ist die Bezirksgruppe Bayern personell breit und fachlich stark aufgestellt, um die anstehenden Herausforderungen aktiv zu begleiten.

v.li. nach re.: Marcus Preußner, Rüdiger Lugert, Dr. Carl Epple, Markus Fritzsche nicht auf dem Bild: Stefan Kaiser
Ein Abschied: Rund 40 Jahre Verbandsengagement von Rolf Dürschmidt
Ein besonderer Moment der Versammlung war die Verabschiedung von Rolf Dürschmidt, der sich nach rund 40 Jahren im Verbandsengagement aus der aktiven Arbeit zurückzieht.
Über viele Jahre hinweg – darunter neun Jahre als Vorsitzender der Bezirksgruppe – hat er die Arbeit des Verbands maßgeblich geprägt und begleitet. Sein Einsatz steht beispielhaft für das langfristige Commitment, das die Verbandsarbeit trägt.

v. li. nach re.: Dr. Roland Appel, Rolf Dürschmidt
Raffinerieeinblicke: Geschlossene Wertschöpfungsketten als strategischer Standortfaktor
Im Anschluss an den formellen Teil erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die Praxis der Gunvor Raffinerie Ingolstadt. Im Rahmen einer Unternehmensvorstellung sowie einer Führung über das Gelände wurde deutlich, welche zentrale Rolle Raffinerien für die Energie- und Rohstoffversorgung industrieller Prozesse spielen.
Besonders hervorgehoben wurde die enge Verzahnung innerhalb industrieller Wertschöpfungsketten: Von der Rohstoffverarbeitung in der Raffinerie über die chemische Industrie bis hin zu Anwendungen in Lacken, Druckfarben und zahlreichen weiteren Branchen.
Diese integrierten Strukturen sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Innovation, Effizienz und Versorgungssicherheit. Sie unterstreichen die Bedeutung eines starken industriellen Fundaments für den Wirtschaftsstandort Deutschlands.
Fazit:
Die Mitgliederversammlung der VdL-Bezirksgruppe Bayern hat einmal mehr gezeigt, wie eng wirtschaftliche Entwicklung, industrielle Strukturen und funktionierende Wertschöpfungsketten miteinander verknüpft sind.
Gerade in einem anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld kommt es darauf an, diese Strukturen zu erhalten, zu stärken und weiterzuentwickeln. Die VdL-Bezirksgruppe Bayern bleibt dabei ein wichtiger Impulsgeber für Austausch, Orientierung und gemeinsame Interessenvertretung.
Fotos:VdL Bayern
