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4. Mai 2026VCI legt Studie „Deutschland 2045“ vor
Mit der Studie „Deutschland 2045“ legt der Verband der Chemischen Industrie (VCI) eine deutliche Standortanalyse vor – und sendet ein unmissverständliches Signal an die Politik: Ein „Weiter so“ gefährdet die industrielle Basis Deutschlands. Gerade für Bayern als führenden Industrie- und Chemiestandort wird klar, dass die Weichen für Wettbewerbsfähigkeit, Wertschöpfung und gute Arbeitsplätze jetzt gestellt werden müssen.
Die vom Foresight-Team der Evonik Industries AG entwickelte Studie beleuchtet fünf mögliche Zukunftsszenarien für das Jahr 2045. Sie zeigen auf, wie unterschiedlich sich Gesellschaft, Staat und Industrie entwickeln können – abhängig davon, ob politische Entscheidungen mutig, strategisch und industrieorientiert getroffen werden oder ob Reformen weiter vertagt werden. Die Szenarien machen deutlich: Die Zukunft des Standorts ist gestaltbar – aber sie ist nicht beliebig.
Für uns als Bayerische Chemieverbände ist die zentrale Erkenntnis eindeutig: Wettbewerbsfähigkeit fällt nicht vom Himmel. Sie ist das Ergebnis verlässlicher wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen. Dazu gehören international wettbewerbsfähige Energiepreise, ein spürbarer Abbau von Bürokratie, eine innovationsfreundliche Regulierung sowie Planungssicherheit für Investitionen. Vor allem energieintensive Branchen wie Chemie und Pharma sind darauf angewiesen, dass bestehende Standortnachteile konsequent angegangen werden.
Fünf Szenarien – fünf mögliche Wege für Deutschland
Die Studie beschreibt fünf plausible Zukunftsbilder für Deutschland im Jahr 2045.
Sie zeigen, wie stark wirtschaftspolitische Entscheidungen über Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und industrielle Stärke entscheiden.
(Zum Öffnen des jeweiligen Szenarios auf den Pfeil klicken!)
Szenario 1: „Lange Bank“ – Reformstau als Dauerzustand
Kernaussage:
Politische Entscheidungen werden vertagt, Strukturen bleiben unangetastet.
Wettbewerbsfähigkeit nimmt schleichend ab.
Stillstand ist für einen Hochtechnologie- und Industriestandort wie Bayern keine Option. Wer Reformen aufschiebt, riskiert Investitionsverluste und schleichenden Substanzabbau.
Szenario 2: „Verwalteter Mangel“ – Sicherheit statt Dynamik
Szenario 3: „Globale Zuschauerrolle“ – Anschluss verloren
Szenario 4: „Fragmentierte Zukunft“ – kein gemeinsamer Kurs
Szenario 5: „Mission 2045“ – gemeinsamer Aufbruch
Aus den Szenarien leitet der VCI zehn Handlungsempfehlungen für eine zukunftsfähige Industriepolitik ab. Sie reichen von kurzfristigen Entlastungen bis hin zu langfristigen strukturellen Reformen. Entscheidend ist dabei, dass industriepolitische Maßnahmen nicht kleinteilig oder symbolisch, sondern wirksam, verlässlich und langfristig angelegt werden. Neue Wachstumsfelder – etwa in der Kreislaufwirtschaft, der industriellen Biotechnologie oder der klimaneutralen Produktion – lassen sich nur dann erfolgreich entwickeln, wenn politische Prioritäten klar gesetzt und über Legislaturperioden hinweg durchgehalten werden.
Die Studie unterstreicht zudem: Deutschland kann sich seine industrielle Stärke nicht „wegsparen“. Wer Investitionen hemmt, Verfahren lähmt und Unternehmen mit immer neuen regulatorischen Pflichten belastet, riskiert Abwanderung und schleichenden Substanzverlust. In Zeiten geopolitischer Unsicherheiten, globalen Wettbewerbsdrucks und des demografischen Wandels braucht es eine Wirtschaftspolitik, die industrielle Wertschöpfung als strategisches Ziel begreift.
Die Chemie-, Pharma- und Biotechnologiebranche spielt dabei eine Schlüsselrolle. Sie liefert Lösungen für Klimaschutz, Ressourceneffizienz, Mobilität, Gesundheit und Ernährungssicherheit. Diese Innovationskraft kann jedoch nur dann in Deutschland wirksam werden, wenn Politik und Gesellschaft den industriellen Kern des Landes nicht als Problem, sondern als Teil der Lösung begreifen.
Mit der Studie „Deutschland 2045“ liefert der VCI einen wichtigen Impuls für eine neue industriepolitische Debatte. Für uns als Bayerische Chemieverbände ist sie zugleich eine klare Aufforderung zum Handeln:
Wenn Bayern und Deutschland auch 2045 ein starker, souveräner Industriestandort sein sollen, braucht es jetzt Mut zu Entscheidungen, Vertrauen in die Industrie und den politischen Willen, Wachstum und Innovation wieder in den Mittelpunkt zu stellen.
Link zur Seite des VCI sowie zur Studie
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Titelbild: KI






