
Nationale Chemieagenda vorgelegt
26. März 2026VCI legt Studie „Deutschland 2045“ vor
Mehr Mut für das Morgen nötig
- Zehn Handlungsempfehlungen für eine starke Chemie-, Pharma- und Biotechindustrie
- Szenarien zeigen Wege aus der Stagnation
- VCI fordert mutige Industriepolitik
- Link zur Studie
Deutschland steht industriepolitisch unter Zugzwang. Eine neue Studie des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI) zur Zukunft der Chemie-, Pharma- und Biotechbranche macht deutlich: Ohne entschlossene Reformen droht der Standort weiter an Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Die vom Foresight-Team der Evonik Industries AG erarbeitete Studie „Deutschland 2045“ entwirft fünf mögliche Szenarien für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung des heimischen Industriestandortes – und zeigt, welche Rolle die Branche mit ihren Innovationen dabei spielt.
Auf dieser Grundlage hat der VCI mit seinen Mitgliedsunternehmen zehn übergreifende Handlungsempfehlungen für eine zukunftsfähige Industriepolitik formuliert. Sie machen deutlich, wie sich Innovationskraft, Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland gezielt stärken lassen: Das reicht von kurzfristigen Maßnahmen zur Standortverbesserung wie wettbewerbsfähigen Energiepreisen und Entbürokratisierung bis hin zu langfristiger Planungssicherheit. Neue Wachstumsfelder müssen beispielsweise über Legislaturperioden hinweg mit klaren Prioritäten und ausreichenden Ressourcen strategisch entwickelt werden.
Ulrike Zimmer, Bereichsleiterin Wissenschaft, Technik und Umwelt, betont: „Zukunft passiert nicht – sie wird gestaltet. Und die Entscheidung, welche Zukunft wir wollen, fällt nicht 2045, sondern heute. Dafür braucht es mutige Kurskorrekturen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Denn Deutschland steht an einem Scheideweg. Wir laufen Gefahr, den Anschluss zu verlieren – nicht aus Mangel an Wissen oder Fähigkeiten, sondern aus Mangel an Entschlossenheit.“
Der wissenschaftliche Leiter der Studie, Björn Theis von Evonik, ergänzt: „Szenarien sind keine Vorhersagen – sie sind Denkwerkzeuge. Sie helfen, Unsicherheiten zu strukturieren, um damit strategische Entscheidungen robuster treffen zu können.“
Deutlich wird: Die Chemie-, Pharma- und Biotechbranche kann sich nicht in die Zukunft sparen. Gefragt sind Innovationskraft, verlässliche politische Rahmenbedingungen und gesellschaftliche Unterstützung. Ein Verharren im Status quo oder das Ausblenden absehbarer Herausforderungen ist weder für die Branche noch für den Standort eine Option.
Zur Studie
Fünf Szenarien beschreiben unterschiedliche Entwicklungspfade für Gesellschaft, Politik sowie die Chemie-, Pharma- und Biotechbranche. Sie zeichnen konsistente Zukunftsbilder gesellschaftlicher Veränderungen, politischer Reaktionsfähigkeit und der Rolle der chemisch-pharmazeutisch-biotechnologischen Industrie unter den jeweiligen Rahmenbedingungen.
Die Szenarien reichen vom Fortschreiben des Status quo („Lange Bank“) bis zu einem koordinierten Aufbruch („Mission 2045“). Ergänzend werden eine verstärkte europäische Integration („Europäischer Frühling“), Sicherheit als leitendes Prinzip („Resilienzparadigma“) sowie der Aufstieg einer neuen liberalen Grundhaltung („Ökoliberale Wende“) betrachtet.
Als Impuls für den gesellschaftlichen Dialog greift die Studie zentrale Zukunftsthemen auf – von der Arbeitswelt über den Zusammenhalt bis hin zu wirtschafts- und industriepolitischen Entscheidungen. Ihre Kernaussage bleibt klar: Eine positive Zukunft entsteht nur durch Entscheidungen, die heute getroffen werden müssen.
Titelbild: KI
