Chemie sieht Licht am Ende des Tunnels

07.03.2013
VCI-Lagebericht zum vierten Quartal 2012 der chemischen Industrie

Das deutsche Chemiegeschäft bescherte den Unternehmen einen versöhnlichen Jahresabschluss. Für 2013 geht die Branche davon aus, dass sich die Auftriebskräfte der Wirtschaft weiter durchsetzen. Das Geschäftsjahr 2012 ist für die deutsche chemische Industrie mit einem erfreulichen Schlussquartal zu Ende gegangen. Die Chemienachfrage zog zum Jahresende leicht an. Produktion, Chemikalienpreise und Branchenumsatz konnten im Vergleich zum dritten Quartal 2012 zulegen. Das geht aus dem Lagebericht vom Verband der Chemischen Industrie (VCI) zum vierten Quartal 2012 hervor.
Die Stimmung in den Unternehmen hellte sich auf, da die industriellen Kunden im In- und Ausland vermehrt chemische Erzeugnisse orderten. Dieser Trend dürfte sich 2013 fortsetzen, so der VCI. Obwohl sich in vielen europäischen Nachbarländern bereits jetzt Stabilisierungstendenzen abzeichnen, dürfte die Schuldenkrise in diesem Jahr weiterhin die wirtschaftliche Dynamik bremsen.
Zur konjunkturellen Entwicklung der Branche sagte VCI-Hauptgeschäftsführer Dr. Utz Tillmann: „Die Chemie- und Pharmaunternehmen gehen davon aus, dass sich die Auftriebskräfte der Wirtschaft weiter durchsetzen. Vor allem die Erwartungen an die Nachfrage von Kunden außerhalb Europas sind groß, aber auch das Inlandsgeschäft stimmt bislang zuversichtlich.“

Prognose:
Für 2013 rechnet der Verband der Chemischen Industrie mit einem Anstieg der Chemieproduktion von 1,5 Prozent. Die Preise legen dieses Jahr um 0,5 Prozent zu, sodass der Branchenumsatz um rund 2 Prozent auf voraussichtlich 190 Milliarden Euro steigt.

Produktion:
Die Chemieproduktion ist im vierten Quartal 2012 um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg die Produktion um 0,4 Prozent. Bis auf die Spezialchemie entwickelten sich alle Sparten positiv. Die Kapazitätsauslastung der Anlagen war mit 82 Prozent weiterhin gut.

Erzeugerpreise:
Nach einem kurzen Rückgang im dritten Quartal 2012 zogen die Chemikalienpreise zum Jahresende wieder an. Von Oktober bis Dezember kosteten chemische Erzeugnisse 0,6 Prozent mehr als im Vorquartal und 2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Umsatz:
Der Umsatz der Branche stieg im Vergleich zum Vorquartal um 1,8 Prozent auf 43,2 Milliarden Euro. Das Vorjahr wurde um 3,8 Prozent übertroffen. Vor allem im Ausland zog die Chemikaliennachfrage wieder an.

Beschäftigung:
Die deutschen Chemieunternehmen beschäftigten im vierten Quartal 437.000 Mitarbeiter. Im Vergleich zum Vorjahr entsprach das einem Zuwachs von 2 Prozent.