
Fluorpolymere und PFAS Regulierung: Evidenz statt Pauschalannahmen
4. Mai 2026Wertschöpfungsketten denken
Kleine Moleküle, große Wirkung: Basischemikalien stehen am Beginn nahezu aller industriellen Wertschöpfungsketten. Aus ihnen entstehen über mehrere Zwischenstufen die uns bekannten Endprodukte – vom Auto bis zur Solarzelle. Würde man sich die Industrie als Baum vorstellen, wären Basischemikalien der Stamm, der den gesamten Baum bis in die Astspitzen und Blätter mit den notwendigen Rohstoffen versorgt.
Geschlossene und funktionierende Wertschöpfungsketten sind daher von enormer Bedeutung. Basischemikalien werden häufig direkt an Verbundstandorten weiterverarbeitet – entweder vom herstellenden Unternehmen selbst oder durch Drittunternehmen. So können Transporte minimiert und Effizienzpotentiale genutzt werden. Manche Basischemikalien, wie z.B. Chlor, sind als Gefahrstoff nur in sehr eingeschränktem Umfang transport- und lagerfähig, sodass ein Wegfall der heimischen Produktion nicht kurzfristig durch Importe kompensiert werden kann. Andere Grundstoffe wie z.B. Ethylen werden in europaweite Pipelinesysteme eingespeist, um eine flächige Versorgung sicherzustellen und weiterverarbeitende Downstream-Standorte über große Entfernungen effizient und sicher zu beliefern. Leider werden diese komplexen Zusammenhänge in der Regulierung häufig nicht ausreichend berücksichtigt. Während beispielsweise ein PV‑Modul als nachhaltig gilt, geraten die dafür benötigten Grundstoffe oftmals nicht in den Blick.
Derzeit sind die Rahmenbedingungen für die Basischemie in Deutschland und der EU so schlecht wie seit Langem nicht mehr.
Der „Stamm“ des Industriebaums leidet unter hohen Energie‑, Rohstoff‑, CO₂‑ und Regulierungskosten.
Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) hat sich deshalb in einer Serie mit der Stabilität industrieller Wertschöpfungsketten befasst und dabei zentrale Grundstoffe und Grundprozesse beleuchtet.
Dieses Verständnis ist entscheidend, wenn industrielle Substanz erhalten und Transformationsprozesse erfolgreich gestaltet werden sollen. Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit lassen sich nur sichern, wenn Politik und Regulierung wieder konsequent in Wertschöpfungsketten denken – vom Basismolekül bis zum Endprodukt.
Bilder: VCI
Titelbild: KI




