Ist das die Krönung?

Als ob wir nicht schon genug am Hals hätten – jetzt auch noch eine Corona-Epidemie?

Wir wollen nicht den Fehler machen, an dieser Stelle mehr oder weniger kluge Kommentare zur medizinischen Dimension des neuen Virus und seiner notwendigen Eindämmung beizusteuern. Dafür gibt es sicher kompetentere Stellen.

Aber eines hat uns der Virus mit aller Deutlichkeit gezeigt: Wie fragil und wie verwundbar unser wirtschaftliches System der arbeitsteiligen und vernetzten Wertschöpfungsketten im Grunde ist, wenn die internationalen Wertschöpfungs- und Lieferketten – wie hier durch harte Quarantänemaßnahmen – quasi über Nacht gekappt werden. Die große strategische Abhängigkeit insbesondere von China als der Werkbank der Welt kann schnell dramatische Folgen in der Realwirtschaft weltweit nach sich ziehen.

Dies soll beileibe kein Plädoyer gegen die Globalisierung und für eine nationale Abschottungspolitik sein.

Aber die aktuellen Folgen einer immer stärkeren Abhängigkeit von einem großen „Lieferanten“ wirft ein zusätzliches Schlaglicht auf eine Entwicklung, die wir zunehmend mit großer Sorge sehen: die schleichende De-Industrialisierung in unserem Land. Die Folgen des Coronavirus lassen erahnen, was es heißt, wenn immer noch mehr strategische industrielle Wertschöpfung aufgrund hiesiger Rahmenbedingungen – von zunehmend unsicherer und unbezahlbarer Energieversorgung, einem nahezu undurchdringbaren Regelungsdschungel bis hin zu rechtlich unsicheren und viel zu langsamen Genehmigungsverfahren – den Weg, nicht nur aus Kostengründen, insbesondere nach China oder im Pharmabereich nach Indien sucht.

 

Bildquelle: Christian Daum / pixelio.de

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