IG BCE: „Es wird Zeit…“ – aber wofür?

Die anstehende Tarifrunde in der chemisch-pharmazeutischen Industrie findet in einem äußerst schwierigen konjunkturellen Umfeld statt: Die Branche verzeichnet Verluste bei Produktion und Umsatz. In seiner aktuellen Prognose erwartet der VCI für 2019 einen Rückgang der Produktion von 6 Prozent und einen Umsatzrückgang von 5 Prozent.

Noch spricht die IG BCE davon, „die Arbeitgeber sollten aus dem leichten Abschwung keine Krise machen.“

Dabei reden wir die Rezession in der Industrie nicht herbei – sie ist schlichtweg bereits da!

Und die Gründe sind vielfältig: Da ist zum einen der Handelskrieg zwischen den USA und China und dessen negative Folgen für die gesamte Weltkonjunktur sowie der drohende ungeregelte Brexit. Zum anderen die massiven Ein- und Umbrüche in der deutschen Leitindustrie, dem Fahrzeugbau, und deren Auswirkungen auf die gesamte Zulieferindustrie, die jetzt auch in unserer Branche angekommen sind.

Und der wirtschaftliche Abschwung kommt leider zur Unzeit. Denn zugleich befindet sich die gesamte Industrie in einem tiefgreifenden Strukturwandel. Umfangreiche Investitionen sind notwendig in Digitalisierung, Klimaschutz, E-Mobilität und Kreislaufwirtschaft. Die Unternehmen benötigen erhebliche finanzielle Ressourcen für Investitionen, um ihre Standorte und Arbeitsplätze zukunftsfähig zu machen. Der VCI spricht in einer aktuellen Studie von mindestens 45 Mrd. Euro wenn – wie gefordert – auch die deutsche Chemie 2050 weitgehend treibhausgasneutral sein soll.

Es wird also höchste Zeit, diese Wirklichkeit zu akzeptieren und die Ansprüche entsprechend anzupassen. Sonst haben möglicherweise bald viele – wie z.B. in der Automobil– und ihrer Zulieferindustrie bereits schon bittere Realität – mehr freie Zeit, als sie aktuell einfordern und als ihnen lieb ist...

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