Bayerische Chemieindustrie fordert Planungs- und Investitionssicherheit

Nur bessere Standortfaktoren können den zukünftigen Wohlstand sichern

München, 08.07.2015. Anlässlich der gemeinsamen Mitgliederversammlung
des Vereins der Bayerischen Chemischen Industrie e. V. (VBCI) und des Verbands
der Chemischen Industrie e. V. (VCI), Landesverband Bayern, zieht der
Vorsitzende der Verbände, Dr. Günter von Au, ein zurückhaltendes Fazit für das
vergangene Jahr. Zwar stieg die Produktion in Bayern um 3,1 Prozent, sie konnte
damit aber lediglich das Niveau von 2011 erreichen. Eine positive Entwicklung
sieht von Au im jüngsten Tarifabschluss in der Chemie: „Nachdem erstmals seit
1971 auch in unserer Branche von Schlichtung und Streiks die Rede war, hat die
seit Jahren praktizierte Sozialpartnerschaft ihren Härtetest mit einem für beide
Seiten vernünftigen Ergebnis bestanden.“

Deutlich kritischer betrachtet er die fehlende Planungssicherheit für Unternehmen
sowie die sich stetig verschlechternden Standortfaktoren: „Investitionen der deutschen
Chemieindustrie im Ausland übersteigen erstmals seit einem Jahrzehnt die
Inlandsinvestitionen. In der Bundesrepublik hingegen nimmt das Investitionsverhalten
trotz niedriger Zinsen nicht zu. Deutschland deindustrialisiert sich und beraubt
sich damit selbst seiner größten Stärke.“

Dass sich die Koalitionsspitze nun klar zum Ausbau von zwei Hochspannungs-
Gleichstromtrassen bekennt und damit eine einheitliche Strompreiszone für
Deutschland sicherstellen will, wird als positives Signal gewertet. „Allerdings
wurde bei dem ,Kompromiss‘ zu wenig auf die Kosten geachtet. Zusatzkosten
durch Erdverkabelung und vor allem durch den Wegfall günstigen Kohlestroms
aus dem Energiemix stellen eine deutliche Verschlechterung der Standortfaktoren
für die deutsche Industrie dar“, so von Au.

Insgesamt fordert die bayerische Chemieindustrie mehr Unterstützung durch
echte Wirtschaftspolitik und eine Verbesserung der Standortfaktoren. Dass dies
positive Auswirkungen auf die Lebensqualität jedes einzelnen hat, müsse wieder
stärker ins Bewusstsein der Menschen gerufen werden, erklärte von Au.