Mitgliederversammlung der Bayerischen Chemieverbände 2016

Bayerische Chemieindustrie mit durchwachsener Bilanz 2015

Wachstum der gesamten Wirtschaft kommt in der Branche nicht an

 

(ibw) München, 07.07.2016. Anlässlich der gemeinsamen Mitgliederversammlung des Vereins der Bayerischen Chemischen Industrie e. V. (VBCI) und des Verbands der Chemischen Industrie e. V. (VCI), Landesverband Bayern, hat der Vorsitzende der Verbände, Dr. Günter von Au, eine durchwachsene Bilanz des Jahres 2015 gezogen. „Unsere Branche hat insgesamt nur ein leichtes Wachstum der Produktion erzielt, das vor allem auf einen Zuwachs im Pharma-Sektor zurückgeht. Das ordentliche Wachstum der gesamten bayerischen und deutschen Wirtschaft kommt in der chemischen Industrie nicht an“, erklärte von Au. Mit den sinkenden Preisen ging auch der deutsche Branchenumsatz um mehr als ein Prozent auf unter 190 Milliarden Euro zurück. Mit Blick auf die bayerischen Umsatzzahlen betonte der Vorsitzende, dass die Branche in Bayern mit einem „Null-Wachstum“ nur etwas besser als der Bund abgeschnitten hat.

 

Mit Blick auf die bevorstehenden Herausforderungen in Europa –  zum Beispiel Flüchtlingskrise oder Brexit – sei es wichtig, dass wirtschaftspolitische Argumente wieder mehr Gewicht bekommen. Der Industrie müsse durch entsprechende wirtschaftliche Rahmenbedingungen ein Mindestmaß an Planbarkeit gewährt und ihr nicht durch übermäßige und unnötige Bürokratie das Leben erschwert werden. In Bayern gebe es bereits zu begrüßende Dialogplattformen wie den Branchendialog Chemie sowie den Pharmagipfel Bayern. Jedoch sieht er noch erheblichen Nachholbedarf und nannte exemplarisch die Herausforderungen, welche durch die Energiewende sowie im Anlagengenehmigungsrecht durch die Unternehmen zu bewältigen sind.

 

Walter Vogg, Hauptgeschäftsführer der Bayerischen Chemieverbände, zeigte sich ebenfalls erstaunt ob der wiederholten Versuche der Bundesregierung, in wirtschaftliche Bereiche sowie in die Tarifhoheit einzugreifen und mit immer mehr Bürokratie und regulatorischen Eingriffen Hand an die Erfolgsfaktoren des arbeitsteiligen Wirtschaftssystems zu legen. „Denn, dass die Tarifvertragsparteien in der Lage sind, die besseren – weil für die Branche sachgerechteren – Lösungen zu finden, haben die Sozialpartner in der chemischen Industrie seit vielen Jahren bewiesen“, so Vogg. Zum jüngst erzielten Tarifabschluss merkte er an: „Wir haben hier ein sehr anspruchsvolles Ergebnis mit ‚Licht und Schatten‘, das den wirtschaftlichen Fakten nur bedingt Rechnung trägt. Die sehr lange Laufzeit des Tarifvertrages von 24 Monaten schafft jedoch Planungssicherheit und reduziert die Belastung der Unternehmen im Hinblick auf folgende Tariferhöhungen spürbar.“