Brexit: VCI-Präsident Dekkers zum Ausgang des EU-Referendums in Großbritannien

Wirtschaftlicher und politischer Schaden wiegt schwer

Der Brexit ist real: Großbritannien verlässt die EU. Dafür stimmten 51,9 Prozent der Briten, 48,1 dagegen.

Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung wird der Austritt aus der EU bis 2030 vor allem die Kosten des Handels zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich erhöhen und die Handelsaktivitäten verringern. Einzelne britische Branchen würden unterschiedlich hart getroffen. Für den bedeutenden Bereich der Finanzdienstleistungen liegen die erwarteten Wertschöpfungseinbußen im ungünstigsten Szenario bei knapp fünf Prozent. Auch die Sektoren Chemie, Maschinenbau und die Kfz-Branche, die besonders stark in die europäischen Wertschöpfungsketten eingebunden sind, müssten hohe Wertschöpfungseinbußen hinnehmen. Der größte Rückgang wird dabei mit fast elf Prozent für den Bereich Chemie erwartet.

Zum Ergebnis der Abstimmung in Großbritannien erklärt Marijn Dekkers, Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI):

„Die deutsche chemische Industrie hat sich stets zur politischen und wirtschaftlichen Einheit der Europäischen Union bekannt. Daher bedauere ich es sehr, dass die Briten gestern für einen Ausstieg aus der EU gestimmt haben. Gerade jetzt, wo sich die Konjunktur in Europa zaghaft erholt, ist der Austritt ein schlechtes Signal für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Weniger Wirtschaftswachstum in den EU-Staaten und ein schwächeres Exportgeschäft werden die Konsequenzen sein. Genauso schwer wiegt aber der politische Schaden. Nach den Differenzen über die richtige Flüchtlingspolitik ist das EU-Referendum in Großbritannien der zweite Rückschlag in diesem Jahr für das historische Projekt der europäischen Einigung. Wir alle brauchen ein politisch geeintes und wirtschaftlich starkes Europa.“

 

Quelle: VCI