Drei-Tage-Woche für alle ab 60?

Leitmotiv und Ziel der Chemie-Arbeitgeber mit Blick auf die demografische Entwicklung ist, dass möglichst viele der gut ausgebildeten und erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bis zum gesetzlichen Regelrenteneintrittsalter gesund und leistungsfähig arbeiten können. Sie leisten damit nicht nur einen wichtigen Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg ihres Unternehmens, sondern auch zur Absicherung ihres eigenen Lebensstandards im Alter. Nur so kann auch dem beginnenden Fachkräftemangel in Deutschland wirksam begegnet werden.

Um dies zu ermöglichen, ist es Aufgabe des Gesetzgebers und der Tarifvertragsparteien, den Betriebsparteien die notwendigen Instrumente und Spielräume für die bedarfsgerechte Gestaltung der Arbeitsverhältnisse zur Verfügung zu stellen. Wo Beschäftigte nicht in Vollzeit bis zur Regelaltersgrenze gesund und produktiv arbeiten können, müssen Wege eröffnet werden, die flexible Übergänge zwischen Erwerbsleben und Ruhestand entsprechend der jeweiligen Bedürfnisse erlauben, um auch für diese Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein möglichst langes Verbleiben in den Unternehmen zu ermöglichen.

Forderungen, die den Beschäftigten pauschal ab einem bestimmten Alter - unabhängig von der individuellen oder betrieblichen Situation - auf Kosten der Unternehmen oder der Versichertengemeinschaft Ansprüche z.B. auf eine Drei-Tage-Woche gewähren, sind hier nicht zielführend.