Ergebnisse des Bayerischen Energiegipfels 2018/2019

 

Ende 2018 hatte Staatsminister Aiwanger den Energiegipfel Bayern ausgerufen. Seit März 2019 trafen sich unter diesem Dach betroffene Verbände, Kammern, Kommunen, Vertreter der bayerischen Energiewirtschaft sowie der Landespolitik und Wissenschaft, um über den Stand und die Perspektiven für die Energiewende in Bayern ins Gespräch zu kommen. Auch die Bayerischen Chemieverbände haben sich in den dafür eingerichteten Arbeitsgruppen aktiv eingebracht. Am 30.09.2019 wurden nunmehr deren Ergebnisse vorgestellt und diskutiert.

 

Die Chemie ist die Lösungsindustrie schlechthin

In der Abschlussveranstaltung des breiten Stakeholderdialogs wurde seitens der Bayerischen Chemieverbände nochmals bekräftigt, dass die chemische Industrie ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten möchte und hierfür die Lösungsindustrie schlechthin ist (#Lösungsindustrie). Sei es bei der Zurverfügungstellung von Materialien für Photovoltaik (Silizium), Windkraft (Verbundwerkstoffe) oder für Energiespeicher/Batterien, Elektomobilität (Leichtbaumaterialien, Batterien, Elektronik), Wasserstofftechnologie/Brennstoffzellen/Elektrolyse, und und und – all das wäre ohne unsere Branche nicht verfügbar.

Die Rahmenbedingungen müssen stimmen - international wettbewerbsfähige Preise und Versorgungssicherheit

Gleichermaßen müssen hierfür die Rahmenbedingungen stimmen: Am Beispiel der Solarsilizium-Produktion legte Dr. Markus Born, Geschäftsführer bei den Bayerischen Chemieverbänden, dar, welche Relevanz wettbewerbsfähige Strompreise von maximal 4 ct/kWh für energieintensive Unternehmen im internationalen Wettbewerb haben: "Ein Industriestompreis unterhalb dieser Schwelle ist effektiver carbon-leakage-Schutz und hilft dem Klima, da ansonsten energieintensive Prozesse in das Ausland verlagert werden könnten - bei deutlich schlechterer CO2-Bilanz."

Ein günstiger Strompreis sei zudem auch wesentlicher Garant für Investitionen in treibhausgasneutrale Technologien. Erste Ergebnisse einer VCI-Studie, deren Veröffentlichung für 09.10.2019 vorgesehen ist, zeigen, dass allein der Pfad hin zu einer treibhausgasneutralen Chemiebranche in Deutschland mit einer Verelffachung des Stromverbrauchs infolge der Elektrifizierung von Produktionsverfahren einher geht - absolut entspräche dies mit 628 TWh mehr als der gesamten deutschen Stromproduktion in 2018.

Neben der Frage des Preises und ausreichender Verfügbarkeit (erneuerbaren) Stroms ist für die Unternehmen der chemisch-pharmazeutischen Industrie auch die Versorgungssicherheit zentral. Hierfür ist der Ausbau des Übertragungsnetzes dringend notwendig. Daneben ist eine klare und transparente Darstellung wichtig, wie und mit welchen Szenarien im Lichte des Atom- und Kohleaustiegs die Versorgungsicherheit ab dem Jahr 2022 auch im süddeutschen Raum sichergestellt ist.

Nach dem Energiegipfel ist vor der Umsetzung

Die Ergebnisse des Energiedialogs sollen nunmehr in ein neues bayerisches Energiekonzept münden. Für November ist hierzu eine Regierungserklärung von Wirtschaftsminister Aiwanger angekündigt. Die Bayerischen Chemieverbände werden den weiteren Prozess intensiv begleiten.

Weitere Informationen und Stimmen anlässlich der Abschlussveranstaltung zum Energiegipfel Bayern:
Position der Bayerischen Chemieverbände zur Klimapolitik
Pressemitteilung der IHK München und Oberbayern
Pressemitteilung der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft
Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie
Webseite zum Energiegipfel Bayern

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