Forum Titandioxid: „Wir bleiben bei den Fakten!“

Informationsinitiative "Forum Titandioxid" gestartet

Die EU hat entschieden: Titandioxid wird als „möglicherweise krebserregend beim Einatmen“ eingestuft. Zwar sind die juristischen Mittel noch nicht ausgeschöpft, aber bald müssen titandioxidhaltige Produkte mit Warnhinweisen gekennzeichnet weden. Das ist nicht nur ein Ärgernis, sondern wird auch zu vielen Fragen bei Verbrauchern, Anwendern und Kunden führen.

HINTERGRUND
Hintergrund

Titandioxid ist das am häufigsten verwendete Weißpigment. Aufgrund seiner hervorragenden technischen Eigenschaften findet es breite Verwendung in fast allen Branchen und Wertschöpfungsketten: zum Beispiel in Farben, Lacken, Kunststoffen oder auch bei der Papierherstellung.

 

Frankreich hatte bei der Europäischen Chemikalienagentur ECHA 2016 eine harmonisierte Einstufung von Titandioxid als wahrscheinlich kanzerogen (Kategorie 1B) im Rahmen der europäischen CLP-Verornung vorgeschlagen. Der Ausschuss für Risikobeurteilung (RAC) der ECHA hatte im Juni 2017 eine Einstufung als Krebsverdachtsstoff (Kategorie 2) empfohlen. Nach langen Diskussionen wurde die Einstufung von Titandioxid als „möglicherweise krebserregend beim Einatmen“ im Rahmen eines delegierten Rechtsaktes auf EU-Ebene beschlossen - die entsprechende Verordnung zur Änderung der CLP-Verordnung (14. ATP) ist Anfang 2020 in Kraft getreten und gilt nach einer 18-monatigen Übergangsfrist.

 

Der VCI sowie betroffene VCI-Fachverbände (wie der Verband der deutschen Lack-und Druckfarbenindustrie (VdL) sowie der Verband der Mineralfarbenindustrie (VdMi)) vertreten weiterhin die Auffasung, dass eine Einstufung von Titandioxid nicht angezeigt ist, da die Einstufung nicht an einer stoffspezifischen Eigenschaft anknüpft, sondern an dem allgemeinen Partikeleffekt von inerten Stäuben. Der Schutz vor Staub und allgemeinen Partikeleffekten wird aber bereits vom Arbeitsschutz wirksam erfasst. Daneben besteht keine ausreichende wissenschaftliche Grundlage für eine Einstufung. Schließlich ist eine Einstufung angesichts der Rechtsfolgen und signifikanten Auswirkungen auf viele andere Branchen völlig unverhältnismäßig.

 

Der Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie (VdL) und der Verband der Mineralfarbenindustrie (VdMi) haben sich schon frühzeitig um eine sachliche und an Fakten-orientierte Kommunikation zu Titandioxid bemüht, die eventuelle Ängste aktiv verhindern, Irritationen vermeiden und vorschnelle Entscheidungen bei Verbrauchern, Verwendern und Beteiligten verhindern soll.

Um diese pro-aktive, Fakten-orientierte Kommunikation weiterzuführen, ist die neue Website „Forum Titandioxid“ online gegangen.

Das Portal www.forum-titandioxid.de ist eine Informationsinitiative über die Sicherheit von Farben, Lacken und Druckfarben, die klare und verständliche Informationen zum Thema liefert. Der Claim „Wir bleiben bei den Fakten!“ gibt die Richtung zu einer aufklärenden, von Verbraucherinteressen geleiteten Kommunikation vor.

 

Besteht Gefahr beim Streichen? Wie wird jetzt was gekennzeichnet? Was mache ich mit der Ware? – mit Fokus-Artikeln sollen die häufigsten Fragen gleich auf der Einstiegsseite beantwortet werden. Eine von Fachleuten bearbeitete FAQ-Liste soll Ängste nehmen und über Titandioxid aufklären. Hintergrundartikel zeigen Farben und Pigmente, erläutern die Diskussion, und ein Erklärvideo verdeutlicht den EU-Streit. Neutrale Experten werden zu den komplexen Themengebieten Abfall, Nanotechnologie und Toxikologie befragt. Wer dann noch Frage hat, kann sich an die Experten der beiden Verbände wenden.

Ein Presse-Kit rundet das Angebot ab. Ohne die eigenen Überzeugungen (siehe Kasten "Hintergrund") aufgegeben zu haben, wollen VdL und VdMi zu den ersten Ansprechpartnern für Verbraucher, Anwender, Händler und Interessierte gehören, auch um an einer möglichen öffentlichen Diskussion über die Sicherheit von Lacken und Farben teilnehmen zu können.

Die Seite soll stets aktuell sein - jegliche Anregung und Kritik, die zur Verbesserung des neuen Informationsportals „Forum Titandioxid“ beiträgt, ist stets willkommen.

Quelle: VdL