
Fluorpolymere und PFAS Regulierung: Evidenz statt Pauschalannahmen – und zunehmende rechtliche Zweifel
26. Mai 2026Bayerische Chemie geballt in Berlin – klare Signale der Chemieverbände in der Hauptstadt
Mehrere Tage waren die Bayerischen Chemieverbände gemeinsam mit ChemDelta Bavaria in Berlin präsent, um die Anliegen der bayerischen Chemie geschlossen und mit Nachdruck zu vertreten. Mit dem traditionellen parlamentarischen Frühstück von ChemDelta, einem parlamentarischen Abend mit der CSU-Landesgruppe – erstmals ausgerichtet von den Bayerischen Chemieverbänden – sowie zahlreichen Gesprächen mit Bundesressorts und Abgeordneten wurde deutlich: Die Lage ist ernst, das politische Interesse hoch – und es braucht jetzt konsequentes Handeln zur Stärkung des Industriestandorts.
Beim parlamentarischen Frühstück am 19. Mai stand die industriepolitische Analyse im Fokus. Die Botschaft war eindeutig: Die Chemie ist Herzstück der Industrie, Fundament industrieller Wertschöpfung und Frühindikator für den Zustand des Standorts. Gerade im ChemDelta Bavaria, der drittgrößten Chemieregion Deutschlands, zeigt sich, wie stark Wettbewerbsfähigkeit und Transformation von verlässlichen Rahmenbedingungen abhängen.
Diese fehlen derzeit zu oft. Hohe Energiepreise, schleppender Netzausbau, stockende Infrastrukturprojekte und immer komplexere Genehmigungsverfahren bremsen Investitionen aus. Konkrete Beispiele wie der trotz weit fortgeschrittener Planung nicht mit Finanzmitteln hinterlegte Schienenausbau ins Chemiedreieck (ABS 38) oder langwierige Verfahren beim Ausbau der Energieinfrastruktur machen die Umsetzungshindernisse vor Ort greifbar. Hier darf es keine weitere Verzögerung geben. Hinzu kommt eine wachsende Regulierungsdichte – etwa durch die EU‑Methanverordnung oder praxisferne Vorgaben bei PFAS und Bodenprüfwerten. Diese erschweren nicht nur die Transformation, sondern führen zunehmend zu regulatorischen Fallbeileffekten für den Industriestandort. So kann und darf es nicht weitergehen.
Beim parlamentarischen Abend mit der CSU-Landesgruppe am 20. Mai wurde diese Analyse nochmals zugespitzt. Klar wurde: Die industriepolitische Lage wird immer schwieriger. Ohne Kurskorrektur droht ein fortschreitender Verlust der industriellen Substanz. Die Forderung der Bayerischen Chemieverbände ist daher klar: Nicht weitere Zielbilder, sondern das konsequente Lösen struktureller Blockaden muss jetzt Priorität haben – bei Energie, Infrastruktur, Genehmigungen und Regulierung.
Gleichzeitig gilt es, bei dringend notwendigen Reformen auf nachhaltige Wirkung zu achten. So auch beim aktuellen Gesetzgebungsverfahren zur Stabilisierung der GKV-Beitragssätze: Kurzfristige Einsparmaßnahmen bei der Pharmaindustrie dürfen nicht Gesundheitsversorgung, Innovationskraft und gesamtwirtschaftliche Stabilität gefährden.
Der intensive Austausch in Berlin stimmt zugleich zuversichtlich. Die chemisch-pharmazeutische Industrie wird als Lösungs- und Schlüsselindustrie wahrgenommen, der Wille zum Dialog auf Augenhöhe und das Interesse sind da – über Fraktions- und Ressortgrenzen hinweg. Diesen Dialog werden die Bayerischen Chemieverbände mit Nachdruck weiterführen. Denn aus der aktuellen Standortkrise kommen wir nur im Schulterschluss mit der Politik gemeinsam heraus. Und mit den richtigen Maßnahmen kann die Chemie- und Pharmabranche auch wieder Zugpferd der Industrie werden.
Fotos: Bayerische Chemieverbände




