
Regionale Tarifrunde #Chemie2026: Bayerische Chemiebranche fordert tarifpolitische Atempause
22. Januar 2026Bayern bekräftigt Chemie als Schlüsselindustrie: Gemeinsame Resolution zum Chemiestandort verabschiedet
Bayern und Deutschland brauchen eine starke Chemieindustrie – heute und in Zukunft. Das haben Vertreterinnen und Vertreter der Branche zusammen mit Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger im Rahmen des Chemiedialogs am 27. Januar 2026 bekräftigt. In einer gemeinsamen standortpolitischen Resolution bekennen sich das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, die Bayerischen Chemieverbände und die Gewerkschaft IGBCE zum Chemiestandort Bayern – und fordern die rasche Umsetzung zentraler industriepolitischer Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit.
Die chemische Industrie liefert unverzichtbare Vorprodukte für Industrie, Infrastruktur und kritische Bereiche wie Gesundheit, Energie, Mobilität und sicherheitsrelevante Anwendungen. Sie ist eine zentrale Säule der Wertschöpfung – und trägt zudem wesentlich zu Wohlstand und Beschäftigung bei. Allein in Bayern sorgen rund 500 Chemie- und Pharmaunternehmen für etwa 90.000 Arbeitsplätze und erwirtschafteten 2024 über 21 Milliarden Euro Umsatz.
Die Branche steht jedoch unter enormen Druck: Hohe Energie- und Rohstoffkosten, steigende Bürokratie, geopolitische Spannungen sowie neue Handels- und Zollbarrieren belasten die Wettbewerbsfähigkeit. Die Folgen: Das Produktionsniveau der Chemie (ohne Pharma) ist auf das Niveau der frühen 90er Jahre zurückgefallen, die Kapazitätsauslastung liegt mit etwa 70 Prozent weit unterhalb jeglicher Wirtschaftlichkeit. Stellenabbau und Stilllegungen sind bittere Realität.
In dieser kritischen Lage hat der Bayerische Wirtschaftsminister am 27. Januar 2026 erneut zu einem Chemiedialog eingeladen. Neben der Erörterung der konkreten Lage der Branche und der Situation in den Unternehmen ging es vor allem darum, Lösungen auf den Weg zu bringen. In einer gemeinsamen Resolution fordern Wirtschaftsministerium, Chemieverbände und Gewerkschaft daher sofortige Maßnahmen für einen wettbewerbsfähigen, innovativen und zukunftsfähigen Chemiestandort:
- Wettbewerbsfähige Energiepreise und Netzentgelte – Entlastungen aus einer Strompreiskompensation und einem Industriestrompreis-Instrument müssen schnell und nachhaltig wirken
- Verlässlicher Schutz vor Carbon Leakage – die Grundparameter des EU-Emissionshandels ETS I brauchen ein Update
- Bürokratieabbau und bessere Regulierung – konsequenter Bürokratierückbau, Schluss mit nationalem „Gold Plating“ von EU-Recht
- Praxistaugliches Chemikalienrecht – Vereinfachungen ja, aber ohne Öffnung der EU-Chemikalienverordnung REACH
- Innovationen fördern und Transformation ermöglichen – verlässliche Rahmenbedingungen für innovative Schlüsseltechnologien schaffen
- Raffinerien und Grundstoffproduktion sichern, Verbundstandorte und Chemieparks gezielt unterstützen – industrielle Wertschöpfungsketten endlich ganzheitlich denken
Diese zeitnah umzusetzenden Maßnahmen gilt es, im laufenden Prozess auf Bundesebene zur Chemieagenda 2045 schnellstmöglich einzuleiten, um mittel- und langfristig tragfähige Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Chemieindustrie zu schaffen. Denn es bleibt dabei: Bayern und Deutschland brauchen eine starke Chemie – heute und in Zukunft. Dafür ist JETZT ein entschlossenes und gemeinsames Handeln nötig. Die standortpolitische Resolution ist ein starkes Signal aus Bayern, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen und den Chemiestandort Bayern und Deutschland nachhaltig zu sichern und weiterzuentwickeln.








Bildquelle: Bayerische Chemieverbände, StMWi/A. Ufert



