Mitgliederversammlung der Bayerischen Chemieverbände: Bayerische Chemieindustrie macht Klimaschutz erst möglich

Politik muss entsprechende Rahmenbedingungen schaffen

(ibw) München, 12.07.2019. Im Rahmen der gemeinsamen Mitgliederversammlung des Vereins der Bayerischen Chemischen Industrie e.V. (VBCI) und des Verbands der Chemischen Industrie e.V., Landesverband Bayern (VCI-LV Bayern) haben die Mitgliedsfirmen turnusmäßig ihren Vorstand und die wichtigsten Gremien für die nächsten zwei Jahre gewählt. Dr. Christian Hartel, WACKER Chemie AG, übernimmt dabei den Vorsitz von Dr. Günter von Au, der das Amt nach achtjähriger Amtszeit abgab.

In seiner Abschiedsrede blickt der scheidende Vorstandsvorsitzende von Au positiv auf das vergangene Geschäftsjahr zurück. „Der Branchenumsatz in Deutschland ist erstmals auf über 200 Milliarden Euro gestiegen. Das ist ein Umsatzzuwachs von 3,8 Prozent zum Vorjahr. Auch die Beschäftigtenanzahl kletterte um 2 Prozent auf mehr als 462.000 Mitarbeiter.“ Für Bayern sind die Zahlen ebenfalls erfreulich: So gab es 2018 im Freistaat ein Umsatzwachstum von 2,9 Prozent und bei den Beschäftigten ergab sich ein Plus von 3 Prozent auf knapp 65.000 Mitarbeiter.

Skeptischer Ausblick auf das Jahr 2019

Für die Zukunft gibt sich von Au jedoch vorsichtig: „Die Industrie in Deutschland und Europa befindet sich im Abschwung. Der strukturelle Umbruch in der Fahrzeugbranche wirkt sich massiv auf die Chemie als Zuliefererindustrie aus. Erschwerend kommen mit der Schuldenkrise in Italien, dem Brexit-Drama sowie den weltweiten Handelskonflikten zwischen den USA und China beziehungsweise der EU zahlreiche wirtschaftspolitische Unsicherheiten hinzu. Wir erwarten ein schwieriges Jahr 2019. Die Politik muss jetzt die richtigen Akzente setzen anstatt mit immer mehr bürokratischen Vorschriften und Verordnungen die Unternehmen zu lähmen.“ „Wenn der Motor weiterlaufen soll, brauchen wir eine Reduzierung des Verwaltungsaufwands, weniger sozialpolitische Klientelpolitik und mehr wirtschaftliche Planungs- und Investitionssicherheit“, ist sich von Au sicher. Dazu gehört auch eine sichere Stromversorgung mit international wettbewerbsfähigen Preisen.

Klimaschutz: Zentrale Rolle der chemischen Industrie

Aktuell überlagert die Debatte um mehr Klimaschutz alle anderen Themen. „Ich betone es deshalb gerne: Ohne die chemische Industrie gibt es keine Photovoltaik, Windräder oder Stromspeicherlösungen wie z. B. Power-to-X. Das sind alles Produkte, die zentral für eine positive Klimabilanz sind. In Zahlen ausgedrückt bedeutet das: Für jede Tonne CO2 der chemischen Industrie werden an anderer Stelle durch ihre Produkte 2,6 Tonnen CO2 eingespart“, erläutert von Au. Für einen zukunftsweisenden Klimaschutz gilt deshalb: Je besser die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die chemisch-pharmazeutische Industrie sind, desto erfolgreicher sind Deutschland und Bayern in ihrer Klima- und Umweltbilanz.

Personelle Veränderungen im Vorstand

Die Mitgliederversammlung des VBCI und des VCI-LV Bayern wählte neben dem neuen Vorstandsvorsitzenden Dr. Christian Hartel auch Johannes Heckmann, Nabaltec AG, Dr. Wolfgang Schumann, Rudolf GmbH, Dr. Gerhard Wagner, OMV Deutschland GmbH sowie Jens Waldeck, Linde AG, neu in den Vorstand der Verbände.

In ihrem Amt als Vorstand bestätigt wurden: Albert Franz, Mainsite GmbH, Peter Kurz, Leonhard Kurz Stiftung, Dr. Ulrich Opitz, Roche Diagnostics GmbH sowie Walter Vogg, Hauptgeschäftsführer der Bayerischen Chemieverbände.

Folgende Vorstände haben nicht mehr kandidiert und schieden nach mehrjähriger Amtszeit aus dem Vorstand aus: Bernd Eulitz, Linde AG, Prof. Dr. Rudolf Staudigl, WACKER Chemie AG sowie Dr. Alois Virag, OMV Deutschland GmbH.

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