34 Olympioniken in Burghausen

1. März 2008
Presseschau: Trostberger Tagblatt

Chemieolympiade-Teilnehmer zu Gast bei der Wacker-Chemie - Experimentieren in Laboren

Burghausen. 34 bayerische Nachwuchswissenschaftler waren bei Wacker in Burghausen zu Gast, um für die heurige Chemieolympiade zu trainieren. Die Gymnasiasten der Jahrgangsstufen 11 bis 13 erhielten spannende Einblicke in die Welt der Chemie und konnten in den Übungslaboren des Berufsbildungswerks selbst experimentieren. Höhepunkt des Landesseminars war der Gastvortrag von Prof. Dr. Peter Klüfers zu "Sauerstoff - unser gefährliches Leben als Aerobier".

An der internationalen Chemieolympiade nehmen jedes Jahr chemiebegeisterte Schüler aller Nationen teil, um sich bei der Bearbeitung theoretischer und experimenteller Aufgaben miteinander zu messen. Dazu treten sie erst in Landes- und Bundeswettbewerben an, bevor die besten vier jeder Nation auf internationaler Ebene um den Sieg kämpfen.

Zur Belohnung für die bisher in Heimarbeit bewältigten Prüfungen und zur Vorbereitung auf den anstehenden Bundeswettbewerb in Göttingen kamen die Chemieolympioniken zu Wacker nach Burghausen. Die meisten Schüler waren aus Nordbayern angereist. Am stärksten vertreten war das Friedrich-König-Gymnasium aus Würzburg, gefolgt vom Chemienachwuchs der Gymnasien Dingolfing und Altdorf bei Nürnberg.

Am ersten Tag lernten die jungen Gäste im Rahmen von Vorträgen und Betriebsbesichtigungen die Chemie im industriellen Maßstab kennen. Besonders der Besuch in den Laborräumen der Zentralen Analytik und die Erläuterung der verschiedenen Messmethoden und -instrumente fanden großen Anklang. Zum Tagesabschluss waren die Schüler bei der Werkfeuerwehr und durften im Rahmen einer Feuerlöschübung selbst Hand anlegen.

Am nächsten Tag standen praktische Laborarbeiten in den Übungsräumen des Berufsbildungswerks (BBiW) auf dem Programm. Unter Aufsicht von Ausbildern und Chemie-Azubis des Berufsbildungswerkes stellten die Schüler Naphtholorange her. "Die Schüler arbeiteten sehr geschickt und diszipliniert, obwohl das Tagespensum sehr anspruchsvoll war", lobte Erich Veigl, Ausbildungsleiter Chemie/Physik im BBiW, den Eifer der Gymnasiasten. Für die meisten waren die Experimente eine neue Erfahrung: "Es ist toll, solche Laborarbeiten selbst durchzuführen. In der Schule haben wir dazu gar nicht die Möglichkeit", so das Fazit der Schüler. Auch Julia Rühling, Lehrerin am Gisela-Gymnasium in München und stellvertretende Landesbeauftragte für die Chemieolympiade, freute sich über den gelungenen Labortag. "Der Aufenthalt ist eine seltene Gelegenheit für die Schüler, praktische Erfahrungen zu sammeln, sich untereinander auszutauschen und Chemie im größeren Maßstab zu erleben. Das bringt neue Motivation für den Schulalltag".

Am Abend konnten sich die Gäste entspannt zurücklehnen und den Gastvortrag von Prof. Dr. Peter Klüfers lauschen. Der Dozent für Anorganische Chemie an der Ludwig-Maximilians-Universität München referierte über "Sauerstoff - unser gefährliches Leben als Aerobier". Im Festsaal des Belegschaftshauses waren zwei Experimentiertische mit Apparaturen aufgebaut, dahinter die große Leinwand mit Versuchsbeschreibungen und Formeln. Anschaulich erklärte Klüfers die vielseitige Reaktionsfähigkeit von Sauerstoff: In einem Experiment sah man Eisen unter Einfluss von Sauerstoff innerhalb weniger Minuten verrosten. In einem anderen Versuch wurde ein mit flüssigem Sauerstoff gefülltes Reagenzglas deutlich in das Feld eines Elektromagneten gezogen, ein Beweis für paramagnetische Eigenschaften. Dass Sauerstoff für Menschen trotzdem nicht gefährlich werden kann, war das beruhigende Fazit des Abends. Im Laufe der Evolution wurden geschickte Maßnahmen gegen die zerstörerische Wirkung von Oxidation im Körper entwickelt, wie Prof. Klüfers an den Beispielen von Meereswürmern, Tintenfischen und dem menschlichen Organismus erläuterte.

Quelle:
www.chiemgau-online.de

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