Der demografische Wandel ist eine der größten Herausforderungen der nächsten Jahre.

Er hat Einfluss auf nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche. Die Auswirkungen auf das Wirtschafts- und Sozialsystem sind weitreichend. Das Arbeitskräfteangebot geht nach einer Prognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) bis zum Jahr 2025 um mindestens 3,5 Mio. zurück. Bekanntlich schrumpft die Bevölkerung im Lande deutlich – der Bevölkerungsbaum wird im unteren Stamm immer dünner und nach oben hin immer breiter. Die Belegschaften in den Unternehmen werden älter, die Zahl der unbesetzten Stellen erfolgskritischer Fachrichtungen nimmt zu und die Bewerberzahlen auf unsere Ausbildungsstellen nehmen ab. Aber wir haben uns mit unserem Sozialpartner dem Thema Demografie schon frühzeitig gestellt. Mit Tarifverträgen zur Ausbildung, zur Altersvorsorge und zum flexiblen Übergang in den Ruhestand – insbesondere zur Lebensarbeitszeit – haben wir erste Antworten gegeben.

 

Das Thema Demografie darf sich jedoch nicht in erster Linie nur darauf konzentrieren, wie vor allem besonders belasteten Mitarbeitern ein vorgezogener Ruhestand ermöglicht werden kann. Bei einem drohenden Fachkräftemangel und längerer Lebensarbeitszeit geht es vielmehr darum, unsere Mitarbeiter gesund und leistungsfähig bis zum Ruhestand und darüber hinaus zu erhalten. Die Frage der Leistungs- und Einsatzfähigkeit bei verlängerter Lebensarbeitszeit wird neben der Frage, wie wir uns auch künftig ausreichend qualifizierten Nachwuchs sichern, in Zukunft einen weit größeren Platz einnehmen müssen als in der Vergangenheit. Die Wirtschaftlichkeit der Betriebe hängt u.a. von der professionellen Qualifizierung und Integration der Älteren in den Unternehmen ab. Es ist nötig, gut qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen und länger zu halten sowie flexible Übergänge in den Ruhestand zu organisieren. Der Fachkräftebedarf ist ein existentes Problem, dem mit den vielfältigsten Instrumentarien gegengesteuert werden muss. Dies ist Voraussetzung, um Produktivität, Innovationsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit der Industrie im Lande zu sichern.

Bei der Nachwuchsgewinnung gilt es, einer Entwicklung besonderes Augenmerk zu schenken, die bei vielen Unternehmen schon zur ernstzunehmenden Herausforderung geworden ist: Dort sind es nicht die akademischen Berufsbilder, die zunehmend schwieriger zu besetzen sind, sondern die Facharbeiterfunktionen insbesondere im Schichtbetrieb! Aufgabe in der Zukunft wird es daher zudem sein, potentiellen Auszubildenden und Bewerbern die Attraktivität gerade unserer hochqualifizierten Facharbeiterpositionen in der chemischen Industrie vermehrt deutlich zu machen.

 


 

Weitere Positionen zur Demografie

Altersvorsorge: BAVC-Position_Altersvorsorge

Gleitende Übergänge: BAVC-Position_Gleitende_Übergänge

Nachwuchssicherung: BAVC-Position_Nachwuchssicherung

Gesundheit: BAVC-Position_Gesundheit

 


 

Artikel und Beiträge zur Demografie:

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