Chemieunterricht lückenhaft

Das bayerische Kultusministerium hat vor Kurzem die Entwürfe der Stundentafeln für das neue G9 in Bayern veröffentlicht. Diese legen fest, wie viele Wochenstunden jedes Fach unterrichtet wird. Doch anstatt durchgängigen Chemieunterricht vorzusehen, fehlt das Fach Chemie in den Stundentafeln der 11. Jahr­gangsstufe der nichtnaturwissenschaftlich-technologischen Gymnasien leider gänzlich – zugunsten der politischen Bildung. In der 11. Klasse erfolgt einerseits die Abiturfächerwahl und Schüler wählen meist nicht Fächer, die sie aktuell nicht haben. Andererseits werden an den meisten Gymnasien in der 12. und 13. Klasse naturwissenschaftlich-technologischer (NT) Zweig und sprachlicher/musischer Zweig gemeinsam unterrichtet. Schüler aus den Nicht-NT-Zweigen haben zusätzlich also einen handfesten Rückstand in Chemie gegenüber den Schülern aus dem NT-Zweig. Hier klafft eine Lücke, die unsere Branche und unsere Gesellschaft empfindlich trifft! Denn den Schülern aus Nicht-NT-Zweigen bleibt somit faktisch auch der Weg zum Chemieunterricht im 12. und 13. Jahrgang verschlossen.

Wir sind der Meinung, dass Chemie mit mindestens einer Wochenstunde (besser zwei) in den Stundentafeln der Nicht-NT-Zweige berücksichtigt werden muss, um den Schülern aller Gymnasialzweige einen gangbaren Weg zu einem Chemieabitur zu ermöglichen. Letztlich leistet der Chemieunterricht an den bayerischen Gymnasien einen zentralen Beitrag zum besseren Verständnis unserer industriell geprägten Gesellschaft. Solide Chemiekenntnisse sind für die Beurteilung von technologischen Entwicklungen unabdingbar und sie tragen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den Chancen neuer Technologien bei – in gewisser Weise ist das übrigens auch politische Bildung.

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